Fotoausrüstung auf Reisen – was mitnehmen?

Jedes Mal vor Reisebeginn stellt sich die wiederkehrende Frage für viele Fotografen: Was nehme ich von meiner Ausrüstung mit? Vor dieser Frage stand ich vor dem letzten Urlaub ebenfalls und um es vorwegzunehmen: Ich habe zu wenig Fotoausrüstung mitgenommen.

Es sollte nach Sylt gehen und bei der Planung dachte ich mir: „Gut, da reicht ein gutes Standardzoom (Tamron 28-75 f2,8) und das Reisezoom von Sigma (18-200 mm), dazu die passenden Polfilter, das Stativ, Speicherkarten und Akkus. Natürlich durfte auch das Garmin Edge 305 nicht fehlen, um die Fotos mit Geokoordinaten zu versehen. Das nimmt auch nicht soviel Platz im Auto ein. Die meisten Motive würde ich damit auch gut fotografieren können… Dachte ich…

Am Strand darf nie ein Makro-Objektiv fehlen

Schon am Strand vom Ellenbogen tat sich das erste Defizit an der Ausrüstung auf. Es fehlte das Makro-Objektiv. Zahlreiche Strandfundstücke wie z.B. Krebse, Muscheln usw. hatten sehr interessante Details vorzuweisen und ich stand nun da mit einem Standardzoom Objektiv. Die Motive habe ich natürlich trotzdem fotografiert, aber irgendwie ist dann doch ein schaler Beigeschmack geblieben („hätte, hätte, hätte“) 😉

Krebsschere

Praktisch: Ein Telezoom-Objektiv

Es kam noch dicker: Auf einem Baum vor der Ferienwohnung hatte ein Eulenpaar ein Nest mit zwei Jungen. Ein klarer Fall für ein brennweitenstarkes Zoom-Objektiv. Nun hatte ich nur das Reisezoom bis 200 mm dabei. Zu Hause – und da lag es gut – hatte ich ein 300 mm Teleobjektiv. Das hat zwar keine großen optischen Qualitäten, aber ich wäre noch näher an die Jungen herangekommen und hätte nicht so viel Bildverschnitt gehabt.

Kauz-Junges auf Sylt

Kauz auf Sylt 2

Mit den passenden Taschen seine Fototouren organisieren

Aus diesen beiden Erfahrungen habe ich gelernt, dass ich – wenn der Platz im Reisegefährt (Auto) reicht – nichts mehr zu Hause lassen werde. Besser kann man zwei Taschen mitnehmen, um alles zu transportieren: Eine kleine, um mit leichter Ausrüstung auf die Session zu gehen oder aber einen Rucksack mit allen Objektiven und Zubehören. Ich verwende da z.B. den Lowepro Rover AW II der mir genügend Stauraum für alle Objektive, den Kamerabody und zahlreiches Zubehör bietet. Praktisch ist auch, dass man das Stativ mit auf den Rücken nimmt und so auch mal die Hände frei hat. Im oberen Bereich des Rucksacks können dann andere Dinge wie Regenjacke oder Proviant verstaut werden.

Für die touristisch angehauchten Besichtigungstouren verwende ich den Crumpler Pretty Boy 7500. Diese Tasche hat Platz für die Spiegelreflexkamera mit Objektiv und ggf. noch einem weiteren Wechselobjektiv sowie ein wenig Zubehör (Ersatzakkus, Speicherkarten) sowie einem Reiseführer, Notizbuch und was man sonst so noch alles als typischer Touri braucht.

Sowohl der Fotorucksack als auch die Fototasche haben sich bei mir absolut bewährt und sind qualitativ nicht zu beanstanden. Für den Fotorucksack von Lowepro gibt es auch eine mitgelieferte Regenhaube, die man bei stärkerem Regenschauern und Platzregen über den Rucksack ziehen kann. Auch auf längeren Wanderungen habe ich den Rucksack schon eingesetzt und bin damit äußerst zufrieden.

Eine Liste für die Reiseausrüstung

Folgende Dinge sollten meiner Meinung nach auf keinen Fall auf einer Reise in der Fotoausrüstung fehlen – vorausgesetzt, man kann sich vor Ort dann gezielt reduzieren:

  • Standardzoom-Objektiv (18-55 mm)
  • Makroobjektiv (z.B. Sigma 50 mm F2,8)
  • Teleobjektiv (z.B. Tamron 70-200 mm F2,8)
  • Wer hat: Teleobjektiv mit über 200 mm Brennweite
  • Stativ und Kugelkopf. Hier gilt Scott Kelbys Aussage: Es gibt zwei Arten von Stativen: Die, die man gut herumtragen kann und die guten.
  • Akkus und Speicherkarten natürlich
  • Diverse Filter, u.a. Polfilter, um auch bei hellem Tageslicht noch ansprechende und nicht zu flaue Fotos zu machen
  • Fotorucksack (z.B. der Lowepro Rover AW II)
  • Kleinere Fototasche (z.B. von Crumpler)
  • Laptop zum Speichern und Bearbeiten der Fotos
  • GPS-Tagger, sofern die Kamera keinen integrierten hat

Weitere Links zum Thema Fotoausrüstung und Reisefotografie

Wer auf Städtetouren geht, wird natürlich nicht die ganze Ausrüstung mitschleppen wollen – das ist dann doch hinderlich, wenn man sich mal in ein Café setzen möchte. Hier empfehle ich eine abgespeckte Ausrüstung.

http://nature-garden-travel.blogspot.com/2010/01/ausrustungs-tipp-fur-die.html

http://www.zehn.de/die-10-besten-reisefoto-tipps-2027642-0

Umfrage: Was nehmt Ihr mit beim Fotografieren im Urlaub (lens-flare.de)

http://neunzehn72.de/tipps-fur-erfolgreiche-fototouren-was-ich-gelernt-habe/

Makroaufnahmen von Insekten – Tipps

Hummel auf Lavendel - gut zu sehen: Die Facettenaugen
Hummel auf Lavendel - gut zu sehen: Die Facettenaugen
Hummel auf Lavendel – gut zu sehen: Die Facettenaugen

In unserem Garten tummeln sich natürlich gerade jetzt sehr viele unterschiedliche Insekten – darunter auch Hummeln und Grashüpfer. Bei der Makroaufnahme dieser Insekten habe ich einige Erfahrungen machen müssen bis ich einigermaßen brauchbare Fotos hinbekommen habe.

  1. Zunächst einmal habe ich den Autofocus an der Kamera auf Spot und nicht auf automatisch gestellt. Bei einer automatischen Aufotokus-Wahl der Kamera hat das Makroobjektiv (Sigma 50 mm) zu häufig auf unwesentliche Bildbestandteile (z.B. den Lavendel) fokussiert und nicht auf das Insekt. Es ist wie bei der Model-Fotografie: Man fotografiert das Modl und nicht das Bett 😉
  2. Zum zweiten habe ich dann eine kleinere Blende von mind. f8 bis f11 oder noch höher gewählt, um die Tiefenschärfe etwas zu reduzieren. Ansonsten bekommt man Bildteile des Insekts im Hintergrund nur sehr unscharf auf’s Foto.
  3. Dadurch wurde jedoch die Belichtungszeit erhöht, was wiederum zu Bewegungsunschärfe geführt hat. Da ich keinen Makro-Ringblitz besitze, habe ich den ISO-Wert auf automatisch gesetzt – was bei meiner Kamera eine Spannweite von ISO 200 bis 800 bedeutet. Die körnigeren Bilder mit einem höheren ISO-Wert sind dann der Preis für ein insgesamt schärferes Makrofoto.
  4. Um ein schnelles Fokussieren zu ermöglichen und den Autofokus nicht erst „auf Reisen zu schicken“, habe ich den Fokussiermodus am Makroobjektiv auf „Limit“ gestellt. So wird nur in einem bestimmten Nahbereich fokussiert.
  5. Bei Tieraufnahmen generell ein guter Tipp: Immer auf die Augen fokussieren, so bekommt man auch ansprechende Makroaufnahmen hin.

Hier dann das Ergebnis einer Gartensession am frühen Abend:

Hummel auf Lavendel
Hummel auf Lavendel
Hummel auf Lavendel - gut zu sehen: Die Facettenaugen
Hummel auf Lavendel – gut zu sehen: Die Facettenaugen
Kleiner Grasshüpfer auf einem Rosenblatt
Kleiner Grasshüpfer auf einem Rosenblatt

Buchempfehlungen:

Fotobuch zur Taufe: Weitere Ideen für Inhalte

Ich hatte vor einiger Zeit einen Blogpost zum Thema „Fotobuch zur Taufe“ geschrieben und nun möchte ich noch ein paar kleinere Anregungen geben, mit was man das Fotobuch noch weiter aufwerten kann.
Neben den Fotos von Täufling, Familie, Paten und Gästen etc. können auch noch weitere Informationen in ein Fotobuch zur Taufe „eingebaut“ werden:

  • Taufspruch
  • Fürbitten für den Täufling, die Eltern und die Paten
  • Ein Scan von der Taufurkunde
  • Die gesungenen Lieder und das Ablaufprogramm des Taufgottesdienstes

Auf diese Weise wird die Erinnerung an die Taufe noch lebendiger. Ein so gestaltetes Fotobuch eignet sich auch übrigens sehr gut als Geschenk für die Taufpaten.

GPS Geotagging: Tipps, worauf man achten sollte

Als ich kürzlich einige meiner Fotos geotaggen wollte, fiel mir auf, dass man doch auf einige Kleinigkeiten achten sollte, um den Workflow mit Lightroom zu vereinfachen. Hier sind die Tipps.

  1. Stelle sicher, dass die Kamera in der gleichen Zeitzone eingestellt ist, wie der Geologger. Der Geologger (z.B. Garmin Edge 305) erhält seine Zeitangaben über den Satelliten. Das nachträgliche Einstellen von Zeitzonen kann ggf. über die Geotagging Software (z.B. myTracks) vorgenommen werden, wenn es um Sommer- oder Winterzeit geht. Bei myTracks z.B. funktioniert das über die Einstellungen und bei GPSPhotoLinker geschieht das direkt im Bearbeitungsfenster.
    Zeitzonen-Einstellung bei myTracks
    Zeitzonen-Einstellung bei myTracks

    Zeitzonen-Einstellung bei GPSPhotoLinker
    Zeitzonen-Einstellung bei GPSPhotoLinker
  2. Wenn man in eine komplett andere Zeitzone gereist ist, empfiehlt sich die Umstellung der Aufnahmezeit in den Fotos. Das ist nicht nur für das Geotagging notwendig, um die Zeitstempel zu synchronisieren, sondern auch, damit man später realistische Aufnahmezeiten erhält. Sonst werden womöglich Fotos bei strahlendem Sonnenschein als um Mitternacht aufgenommen angezeigt, weil die Zeiteinstellung der Kamera auf die Heimat ausgerichtet war.
  3. Nach dem Import der Fotos sollte man zunächst vor allen anderen Bearbeitungen sich um das Geotagging kümmern und die Geokoordinaten in die EXIF-Daten schreiben lassen. Der Grund: Sowohl in Lightroom oder anderen RAW-Verwaltungen werden Bearbeitungen am Bild in eine Datenbank geschrieben, die teilweise die EXIF-Daten als Grundlage nehmen. Bearbeitet man nun in zwei Programmen (Lightroom und z.B. myTracks) die EXIF-Daten der Fotos parallel, so kann es mitunter zu Verwerfungen kommen: Bearbeitungsschritte von Lightroom müssen noch einmal durchgeführt werden. Zu verhindern wäre dies über eine aufwändige Synchronisation der XMP-Filialdaten. Aber das würde eben auch mehr Aufwand bedeuten. Daher: Erst Geotagging, dann Fotoretusche in Lightroom.

Test: Manfrotto Kugelkopf Mini 494RC2

Der Manfrotto Kugelkopf 494RC2 ist ein kleiner, kompakter Stativkugelkopf, welcher auch auf kleinere Objektive, wie z.B. dem Joby GorillaPod SLR-Zoom passt. Aus diesem Grunde hatte ich mich vor einiger Zeit auf die Suche nach einem Kugelkopf gemacht, welches auch über eine Schnellspannplatte verfügt. Das ewige Geschraube am GorillaPod mit der Kamera ist auf Dauer nämlich nicht nur nervig gewesen, sondern auch umständlich und zeitraubend, wenn es um die schnelle Rüstzeit ging.

Nach einiger Recherche bin ich dann auf das Manfrotto 494RC2 gekommen. Dieses bietet neben der Schnellspannplatte auch noch eine weitere Schraube für die Friktion. Mit Hilfe dieser Funktion lässt sich der Kugelkopf weiter stabilisieren, so dass auch sehr schwere Kameras / Objektive getragen werden können.

Die Verarbeitung des Manfrotto 494RC2 ist so gut, wie man das von Manfrotto gewohnt ist: Sehr solide und wertig. Der Kugelkopf arbeitet präzise und hält auch schwere Kamera-Objektiv-Kombinationen. Mit Hilfe einer Adapterschraube von 3/8 auf 1/4 lässt sich das Manfrotto 494RC2 hervorragend an das Joby GorillaPod SLR-Zoom anschließen. Das GorillaPod SLR-Zoom hält inkl. des Manfrotto Kugelkopfs auch eine recht schwere Pentax K100 inkl. 50mm Makroobjektiv von Sigma.
Angenehm finde ich die Sicherheitsveriegelung der Schnellspannplatte. Mit Hilfe eines Stiftes, den man runterdrücken muss wird die Schnellspannung arretiert und die Kamera kann nicht durch unbeabsichtigtes Öffnen des Hebels vom Kugelkopf fallen.

Dabei ist das 494RC2 auch so gut, dass ich es ohne Weiteres auch an einem großen Stativ verwende (siehe Bild oben). Auch hier habe ich noch keine negativen Eigenschaften feststellen können.

Fazit

Das Manfrotto 494RC2 mit mitgelieferter Schnellspannplatte ist ein sehr gutes Kugelkopfgelenk für Stative. Durch seine solide Bauweise ist es vielseitig einsetzbar und genügt auch hohen Qualitätsansprüchen.