Wandern Tegelberg: Gratkopf am Tegelberg
Beim Wandern am Tegelberg kommt man bergab auch an diesem Gratkopf vorbei. Von hier hat man einen wunderbaren Ausblick auf das darunter liegende Tal und den Alpsee.

Eine Wanderung am Tegelberg von der Bergstation über die Marienbrück zur Pöllatschlucht. Ein relativ einfacher Fußweg von ca. 3 Stunden. Wer es anspruchsvoller mag, kann auch in die Gelbe Wand einsteigen.

Wandern Tegelberg: Zunächst mit der Tegelbergbahn zur Bergstation

Zunächst ging es mit der Tegelbergbahn den Berg hoch. Die einfache Fahrt kostet 9,- EUR, die Berg- und Talfahrt kostet 15 EUR (jeweils mit der Allgäu-Walser-Card). Die Fahrt selbst dauert ca. 10 Minuten und wer nicht schwindelfrei ist, sollte möglichst den Blick Richtung Berg richten und nicht zu sehr nach unten blicken. An der Bergstation des Tegelbergs angekommen, eröffnet sich ein tolles Panorama mit Blick auf den Forggensee und die angrenzenden Ortschaften. Zwei Minuten vom Ausstieg aus der Kabine kann man startenden Gleitschirm- und Drachenfliegern zusehen, die sich relativ todesmutig (in meinen Augen) in den Abgrund stürzen. Hier ergeben sich übrigens tolle Fotomotive. Die Gleitschirm-Flieger sind ganzjährig unterwegs. Während der Wintermonate konnte ich sogar einmal beobachten, wie ein Gleitschirm in ein Luftloch geriet und in sich zusammensackte – echte Schrecksekunden. Zum Glück trudelte der Schirm wieder so, dass er sich mit Luft füllte und es zu einem glücklichen Ende kam.

Der erste Teil bergab vom Tegelberg zu den unterschiedlichen Wanderrouten

Nun wandern wir zunächst zum etwas tiefer gelegenen Tegelberghaus, wo man zu fairen Preisen speisen kann. Von dort vorbei kommt man zur ersten Abzweigung, an der sich auch entsprechende Wanderwegweiser befinden. Ich halte mich rechts und gehe unter der Seilbahn durch. Man folgt zunächst drei Routen:

  • Marienbrücke via Gelbe Wand (Gelbe Markierung)
  • Marienbrücke (blaue Markierung)
  • Talstation Tegelbergbahn

Einige Meter weiter erhält man einen tollen Blick auf den Branderschrofen des Tegelbergs. Mit dem Fernglas lässt sich beobachten, wie Wanderer diesen Gipfel erklimmen. Es empfiehlt sich definitiv festes Schuhwerk und eine gewisse Trittsicherheit, möchte man dieses Stück ebenfalls gehen. Das Wandern am Gipfel des Tegelbergs geht schon leicht in Klettern über.

Weiter geht es der Beschilderung und man gelangt zum ersten „Abstieg“:

Blick vom Tegelberg Wanderweg talwärts
Wandern Tegelberg: Blick vom Tegelberg-Wanderweg talwärts. Hier ist es das Wandern noch einfach. Später gibt es dann – je nach Strecke – anspruchsvollere Abschnitte.

An der sichtbaren Gabelung geht nach rechts der Weg zur Talstation Tegelbergbahn, welchen ich (kalauer!) links liegen liegen ließ. Ich folgte der weiteren Beschilderung der blauen Markierung. Nach einiger Zeit (ca. 10 bis 15 Minuten) geht nach rechts der Weg Richtung Gelbe Wand ab. Wer geübt ist, kann hier entlang wandern, sollte dies jedoch mit mehreren Personen machen. Ich hielt mich also weiter geradeaus.

Wandern Tegelberg: Gelbe Wand oder die einfache Variante?

Der Weg ist relativ leicht zu wandern und man erhält immer wieder tolle Ausblicke auf das Tal und den Forggensee. Schon bald quert man erneut die Tegelbergbahn und erhält tolle Ausblicke auch auf die Gelbe Wand – wie schon erwähnt, wählte ich die leichte Wanderroute für eher Ungeübte.

Die Tegelbergbahn in Fahrt bergaufwärts
Die Tegelbergbahn in Fahrt bergaufwärts. Im Hintergrund der Forgensee bei klarer Sicht.
Der Wanderweg talwärts vom Tegelberg
Der Wanderweg talwärts vom Tegelberg führt teilweise über kleinere Holzbrücken aus Baumstämmen. Trittsicherheit ist gefragt.

Nach einiger Zeit kommt man auf die Südseite des Berges. Hier ist der Wanderweg schon etwas weniger komfortabel als man es vielleicht als Flachland-Tiroler erwartet. Dennoch kann eigentlich jeder diesen Weg wandern. Die Aussicht ist noch einmal etwas anders und manchmal muß man schon sehr auf den Weg achten. An einer Kurve nach rechts darf man sich dann auch gleich an einem Stahlseil festhalten, weil der Weg hier nicht breiter als ca. 50 cm ist und es gleich steil 200 Meter nach unten geht. Da ist es auch am doch recht gut erschlossenen Tegelberg etwas unheimlich. 🙂

Blick nach Süden vom Tegelberg in die Ammergauer Alpen
Wandern am Tegelberg: Blick nach Süden vom Tegelberg in die Ammergauer Alpen. Nicht nur der Blick zum Forgensee lohnt sich, sondern auch der Blick in die andere Richtung ist sehr beeindruckend.

Mit wirklich sehr kleinen „Klettereinlagen“ kommt man dann auch gut weiter. Einige Gratköpfe stehen dem interessierten Wanderer und Fotografen am Tegelberg zur Verfügung, um tolle Aufnahmen von der Süd- und Nordseite des Ammergebirges (Neuschwanstein) zu machen. Nun hat man noch ca. 1,5 Stunden zu laufen (wenn man es gemütlich angeht und ab und zu auch mal stehenbleibt).

Wanderpfad talwärts vom Tegelberg Richtung Marienbrücke
Wanderpfad talwärts vom Tegelberg Richtung Marienbrücke. Hinten links im Bild der Alpsee.
Gratkopf am Tegelberg mit Blick auf das Tal
Gratkopf am Tegelberg mit Blick auf das Tal. Den Gratkopf entlang zu Wandern erfordert Schwindelfreiheit und Trittsicherheit.

Wandern Tegelberg: Marienbrücke und Schloss Neuschwanstein

Irgendwann erreicht man dann die ersten Ausläufer der Marienbrücke – was man daran erkennt, dass das Schloß Neuschwanstein immer näher rückt und die Touristen in Flip Flops und ähnlich ungeeignetem Schuhwerk etwas zahlreicher werden.  Ein Tourist wollte doch tatsächlich den Tegelberg nach oben wandern (mit Flip Flops) und fragte mich, wie lange es wohl bis zum Gipfelkreuz sei. Ich riet ihm davon ab.

Dennoch kommt dann doch relativ unvermittelt die Marienbrücke und nach ca. 3 Stunden in absoluter Naturidylle war ich doch von der plötzlichen Überfüllung etwas geschockt.

Schloss Neuschwanstein von oben
Das Schloss Neuschwanstein von oben betrachtet. So langsam nähert man sich den Touristenzentren.
Schloss Neuschwanstein von der Marienbrücke aus gesehen
Wandern am Tegelberg: Schloss Neuschwanstein von der Marienbrücke aus gesehen. Im Hintergrund liegt der Forgensee.

Die Marienbrücke ist der wohl beliebteste Platz bei Besuchern des Schloss Neuschwanstein. Von hier aus hat man den berühmten Blick auf das ganze Bauwerk. Dementsprechend voll ist es natürlich und ich war das ein oder andere Mal behilflich, die Menschen mit ihrer Kamera und Schloss Neuschwanstein im Hintergrund zu fotografieren.

Pöllatschlucht und Rückkehr zur Tegelberg Talstation

Ich verließ die Marienbrücke und ging ein kurzes Stück entlang der Touristenströme. Anschließend bog ich in Richtung Pöllatschlucht ab und setzte die naturverbundene Wanderung fort. Schlagartig verringerte sich das Touristenvolumen und man hatte wieder ein wenig Naturgefühl beim Wandern. Ich nutzte die Gelegenheit, um meine Füße im kalten, klaren Wasser der Pöllat ein wenig abzukühlen und noch einmal kurz zu verweilen, bevor es an der alten Gipsmühle vorbei wieder zur Talstation Tegelberg ging. Der letzte Fußweg ist nicht mehr lang und führt entlang von Weiden auf der einen Seite und auf der anderen fließt die Pöllat.

Wandern am Tegelberg: In der Pöllatschlucht
In der Pöllatschlucht kann man sich vom Wandern ausruhen und die Füße abkühlen.

Wer mehr erfahren möchte, dem kann ich auch einige Bücher empfehlen:

Bücher zum Thema „Wandern“ und „Tegelberg“

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