Windräder bei Carolinensiel - aufgenommen mit Nikon Coolpix P340 und dem integrierten Graufilter
Windräder bei Carolinensiel – aufgenommen mit Nikon Coolpix P340 und dem integrierten Graufilter bei ansonsten sehr guten Lichtbedingungen.

Die Nikon Coolpix P340 hat ein sehr interessantes Feature eingebaut: einen digitalen Graufilter (ND-Filter). Damit lassen sich Belichtungszeiten künstlich verlängern ohne eine Überbelichtung zu produzieren. Allerdings gilt es, ein paar Einstellungen zu beachten und manuell vorzunehmen.

Der integrierte Graufilter der P340 verringert die in die Kamera fallende Lichtmenge um bis zu 1/8 des normalen Wertes. Dies entspricht also einem ND 8x Neutraldichte-Filter. Damit lassen sich interessante Aufnahmen realisieren.

Graufilter Nikon Coolpix P340

Der Graufilter lässt sich für vielfältige kreative Aufnahmen verwenden. So ist ein klassisches Motiv der “samtene Wasserfall”, bei dem die Belichtungszeit so sehr verlängert wird, dass das fließende Wasser aussieht, als wäre ein Samtteppich ausgelegt.

Eine weitere Anwendung ist die typische Bewegung oder Bewegungsunschärfe wie ich das am Bild oben einmal vorgenommen habe. Durch den Graufilter konnte ich die Belichtungszeit so weit reduzieren, dass die sich drehenden Flügel der Windräder in ihrer Bewegung mitgezogen wurden. Das oben genannte Bild habe ich dann zugegebenermaßen mit Lightroom und NIK-Filtern etwas gepusht, so dass die Strukturen der Wolken besser zum Vorschein kamen.

Der ND-Graufilter lässt sich auch für Street-Fotografie gezielt einsetzen, um eine bewußte Bewegungsunschärfe zu erzeugen, so wie auf dem Bild unten vor dem Kölner Dom.

Graufilter Nikon Coolpix P340 im Einsatz
Rush vor dem Kölner Dom – aufgenommen mit meiner Nikon Coolpix P340 und dem integrierten ND-Filter. Wichtig sind die richtigen Einstellungen, um solche Effekte zu erzielen.

Einstellung des Coolpix P340 Graufilters

Der Coolpix P340 Graufilter (ND-Filter) lässt sich über die “Menü”-Taste der Kamera aktivieren. Die Funktion befindet sich in der Registerkarte “Aufnahme” unter “Integriert. Graufilter (ND)”. Hier gibt es drei Einstellungen: ND-Filter ein, aus und automatisch. Die ersten beiden Einstellungen sind ja selbsterklärend. Aber was hat es mit “automatisch” auf sich? Ist der Graufilter auf “Automatik” gestellt, wird er immer dann zugeschaltet, wenn der Lichteinfall im Modus P (Programmautomatik) zu hoch ist. Die Lichtmenge wird also adaptiv reduziert.

Fotografieren mit dem Graufilter der Coolpix P340

Wichtig beim Fotografieren mit dem Graufilter sind die richtigen (manuellen) Einstellungen. Ansonsten wird die durch den ND-Filter reduzierte Lichtmenge und der daraus resultierende Effekt durch andere Parameter wieder zunichte gemacht. Wenn nämlich weniger Licht einfällt, versucht die Kamera, über Blendenöffnungen und/oder erhöhte ISO-Werte wieder auf eine akzeptable Belichtungszeit zu kommen. Gewährt man also der Programmautomatik freie Hand, braucht man ggf. den Graufilter gar nicht einzuschalten. 🙂

ISO-Wert bei Graufilter manuell festlegen

Ich persönlich schalte daher den ISO-Wert immer manuell auf einen entsprechend niedrigen Wert (z.B. ISO 100) und deaktiviere somit die ISO-Automatik, die ansonsten einfach auf höhere Werte gehen würde. Bei der Nikon P340 lässt sich die ISO-Einstellung mit dem Objektivring relativ einfach verstellen. Einfach am Ring drehen und im Menü tauchen die Optionen auf. Es beginnt mit der ISO-Einstellung, die normalerweise bei “Automatik” liegt. Je nach Lichtverhältnissen kann ich jetzt durch Drehen am Objektivring den ISO-Wert manuell auf festlegen, beginnend mit ISO 80.

Blende manuell festlegen

Der zweite Parameter für gelungene Graufilter-Aufnahmen ist die Blendeneinstellung. Ist die Programmautomatik aktiv, wird die Belichtungszeit durch eine automatisch gewählte Offenblende wieder verkürzt – was wir in diesem Fall mit dem Graufilter ja nicht wollen. Also hier das Einstellrad mit den Programmen oben auf der Nikon auf “A” für Zeitautomatik stellen. (Das “A” steht hier für “Aperture Value”, den man selbst wählt – die Belichtungszeit wird dann automatisch dazugehörend berechnet).

Auf diese Weise sind nun die Parameter ISO und Blende unter Kontrolle und man kann mit dem Graufilter fotografieren. Es versteht sich von selbst, dass man bei längeren Belichtungszeiten (ab ca. 1/50 sek wird es kniffelig) ein Stativ verwenden sollte.

Fazit: Die Nikon Coolpix P340 verfügt über einen brauchbaren Graufilter-Ersatz

Meine ersten Experimente mit dem digitalen ND-Filter der Coolpix P340 sind sehr vielversprechend. Ich bin mit dem Ergebnis durchaus zufrieden und für eine “Immer dabei”-Kamera sind die Fotos sehr brauchbar und bieten viel Gestaltungsspielraum – z.B. auch in der Streetfotografie. Ich werde den Graufilter der Coolpix P340 daher sicherlich häufiger anwenden.