Der Mensch ist die Konstante, nicht die Variable

In den USA ist die Debatte über den Waffenbesitz im vollen Gange. Die Demokraten legen aktuell einen Gesetzesentwurf zum Verbot von über 150 überwiegend automatischen Waffen vor, unter anderem ist dabei auch das Bushmaster Sturmgewehr, welches in Newton beim Schulmassaker benutzt wurde. Für mich allerdings nur ein erster Schritt in die richtige Richtung. Ich möchte nun gar nicht über die Statistiken sinnieren, die einen mehr oder weniger eindeutigen Zusammenhang zwischen massenhaften Waffenbesitz und Anzahl Todesopfer durch Schußverletzungen aufzeigen. Vielmehr schockiert mich in dieser Diskussion die Ignoranz der Waffenlobby, die das Problem so auf alles abwälzen, was bei drei nicht auf den Bäumen ist – nur der Kern wird nicht in Frage gestellt: Die Waffen selbst. So liest man vielzitiert die Aussage des Lobbychefs der NRA nach dem Amoklauf von Newton:

„Der einzige Weg, einen bösen Menschen mit einer Waffe aufzuhalten, ist ein guter Mensch mit einer Waffe.“

Diese Aussage ist vor allem dumm, aber auch bemerkenswert. Offenbart sie doch die Ankerpunkte der Waffenlobby – nämlich die Waffen selbst. Sie bilden die Konstante in dem Weltbild. Der Mensch nur ist die Variable, eben gut oder böse. Waffen seien nun einmal einfach da – wie ein Wetterphänomen hinzunehmen. Auf die Idee, dass es eben anders herum logischer und vor allem menschenwürdiger und realitätsnäher ist die Waffe als die Variable anzusehen, kommt die NRA leider nicht. Denn so wäre die Wahrheit weniger tödlich. Menschen die „böse“ wären können „guten“ Menschen kein Leid zufügen, weil die Variable „Waffe“ in beiden Fällen auf „0“ gesetzt wurde. Ich wünsche Barrack Obama für dieses Vorhaben alles Gute!

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