Crowd Sourcing mit Jovoto

Spätestens seit Clay Shirky Buch “Here Comes Everybody: How Change Happens when People Come Together” ist klar: Die Macht der Masse gepaart mit den modernen Kommunikationsmitteln entwickelt immer neue Formen der Zusammenarbeit. Um gute Ideen zu generieren, bedarf es nicht mehr zwingend einer klassischen Organisation wie eine Unternehmung, die auf Dauer angelegt ist. Wikipedia ist dabei wohl eines der ältesten und bekanntesten Beispiele, wie etablierte Lexikon-Verlage durch die Organisation der Vielen ernsthafte Konkurrenz bekommen.

Eine relativ neue Form dieses sog. Crowd Sourcings ist die Mitarbeit an Produkten, Marketing-Kampagnen, Serviceleistungen und Verpackungen etablierter (Marken-)Unternehmen. Jovoto ist dafür ein gutes Beispiel und bietet Unternehmen wie z.B. Coca Cola, Starbucks, mobile.de etc. eine Plattform für Ideengenerierung durch Konsumenten.

Die Idee ist dabei denkbar einfach: Auf der einen Seite stellen Unternehmen eine Aufgabe auf die Plattform und dotieren diese mit einem Preisgeld. Dabei werden die unterschiedlichen Plätze sowie der Preis für den tatsächlichen Einsatz der Idee angegeben. Für die Kampagne von mobile.de zur Entwicklung einer HR-Strategie sieht das dann so aus:

Darüber hinaus wird ein detailliertes Briefing inkl. weiterführender Materialien (wie z.B. Grafikvorlagen, Informations-Links etc.) angezeigt. So können sich die interessierten Hobby-Kreativen ein Bild von der anliegenden Aufgabe machen. In einem weiteren Bereich des Projekts werden die bereits eingereichten Arbeiten in einer Galerie gezeigt. Wer möchte, kann sich so natürlich Anregungen holen.

Auf der anderen Seite können sich Konsumenten auf Jovoto registrieren und durch die unterschiedlichen Crowd Sourcing Projekte klicken. Bei Interesse kann man dann teilnehmen und seine Ideen einreichen. Diese werden in der Galerie auch gleich kommentiert. Eine gute Idee, um weitere Verbesserungsvorschläge gleich einzuarbeiten.

Für Unternehmen ergeben sich so einige Vorteile:

  • Schon im Vorfeld wird über die Marke, das Unternehmen und das Vorhaben gesprochen. Die Aufmerksamkeit ist dabei deutlich intensiver als durch einen TV-Spot o.ä.
  • Eine Vielzahl von Ideen zum Thema kommt relativ schnell zusammen, dabei ist die Spanne von Einfällen sehr groß – es gibt in der Phase der Ideeneinreichung kaum Denkverbote oder Ressourcen-Limitationen, die ggf. eine Agentur mit dem gleichen Auftrag haben könnte. Agenturen machen in der Regel nicht Dutzende von Vorschlägen, sondern evtl. drei bis max. fünf.
  • Durch das sofortige User-Feedback und die Bewertungsphase durch die Teilnehmer kann schnell ein Trend erkannt werden. Bereits in dieser Konzeptionsphase lassen sich also wenig aussichtsreiche Vorschläge identifizieren und aus dem Rennen nehmen.

Am Ende schaut natürlich eine Jury aus Unternehmensvertretern und Experten die Vorschläge durch und kann diese ggf. den internen Erfordernissen anpassen. So ist letztlich auch gewährleistet, dass es zu keinem Kontrollverlust kommt.

Crowdsourcing wie bei Jovoto ist aus meiner Sicht eine gute Methode, das Wissen und die Kreativität von Einzelpersonen gebündelt abzufragen und für die Weiterentwicklung der eigenen Ziele zu nutzen. Auch für die Teilnehmer hat Crowdsourcing seinen Reiz: So kann man seine eigene Kreativität vielen Personen zugänglich machen und die Produkt- und Prozessverbesserungen kommen einem als Konsumenten natürlich auch zugute. Am schönsten dürfte es aber wohl sein, wenn man am Ende sagen kann: “Sieh’ mal, das kommt von mir!”

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