Cloud Speicher: Anbieter im Überblick

Cloud Speicher werden immer beliebter, insbesondere das Speichern der eigenen Dateien in der Datenwolke wird immer stärker genutzt. Die Vorteile sind offensichtlich: Ständige Verfügbarkeit der Daten, egal, an welchem PC man gerade sitzt. Viele Anbieter haben auch mobile Apps für Android oder iPhone, um von unterwegs auf die Daten zugreifen zu können. Doch welcher Anbieter ist der Richtige? Ein Überblick über wichtige Cloud-Speicher Dienste.

Dropbox

Dropbox ist der Platzhirsch unter den Anbietern von Online-Speicherplatz. Kostenlos gibt es 2 GB Online Festplatte. Wer mehr Speicher benötigt, kann die Pro-Version mit 1.000 GB ordern. Dies kostet pro Monat $9,99. Die Daten können mit nahezu allen Endgeräten synchronisiert werden. Bei den PCs sind dies die Betriebssysteme Windows, Mac OS X und Linux. Mobile Endgeräte werden ebenfalls unterstützt: iPhone, iPad, Android und Blackberry. Lediglich die Windows Phone Familie fehlt.
Die Anwendung ist schnell und unkompliziert installiert und stellt die Dropbox als eigenes Laufwerk im Betriebssystem dar. Besonders gelungen aus meiner Sicht ist dabei die Mac-Version. Dropbox fügt sich nahtlos in die Architektur ein und bietet eigene Menüs und auch Veränderungen im Laufwerk werden über den Benachrichtigungsservice „Growl“ gemeldet.
Dropbox funktioniert dabei auch offline, weil die Daten auch lokal vorgehalten werden und über den Cloud Service synchronisiert werden. Besonders komfortabel für das Arbeiten in Projektgruppen ist das Teilen von Dateien an Kollegen und Mitarbeiter. Die Datensicherheit wird über eine serverseitige AES-256-Bit Verschlüsselung gewährleistet. Als Storage-Provider wird Amazon S3 genannt.
Bei Dropbox lohnt es sich, die Datenschutzbestimmungen genau zu lesen. So heißt es z.B. unter Punkt 2 „Wie wir persönliche Daten verwenden“: „Persönliche Daten werden oder können verwendet werden, um (i) unseren Service anzubieten oder zu verbessern, (ii) Ihre Nutzung des Services zu verwalten, (iii) Ihren Bedarf und Ihre Interessen besser zu verstehen, (iv) Ihr Erlebnis als Nutzer auf Sie abzustimmen und zu verbessern und (v) Software-Aktualisierungen und Produktankündigungen zur Verfügung zu stellen oder anzubieten.“ Das ist in meinen Augen sehr schwammig formuliert und öffnet allen möglichen, noch nicht spezifizierten Anwendungsfällen Tür und Tor. Auch GPS-Daten (z.B. in Fotos) können von Dropbox ausgelesen und ausgewertet werden, „um Ihr Benutzererlebnis zu optimieren.“

Microsoft OneDrive

Der Cloud Storage von Microsoft besticht durch satte 25 GB kostenlosen Online Speicher. Dabei darf die maximale Dateigröße pro Datei 100 MB nicht überschreiten. Die Verbreitung von OneDrive wurde durch die neuen Office-Versionen gefördert, die mit dem Microsoft Document Connection ausgeliefert werden. Über dieses Programm lassen sich MS Office Dokumente dezentral ablegen und von allen Orten wieder abrufen.

Die Integration von Microsoft OneDrive in die Betriebssysteme und mobilen Endgeräte lässt allerdings zu wünschen übrig. Lediglich die nahtlose Integration in das Windows Betriebssystem ist derzeit möglich. Andere Plattformen werden in dieser Form nicht unterstützt und man muss entweder über das Document Connection oder das Webinterface gehen. Für Smartphones mit Android Betriebssystem gibt es die App Sorami, die eine rudimentäre Integration in Googles Phone bietet.

Microsoft OneDrive ist elementarer Bestandteil der mobilen Office-Lösungen für Windows Phone, Android und iOS sowie der Office365 Lizenzen. Auf diese Weise sind alle Office-Dokumente wie Powerpoint-Präsentationen, Excel-Tabellen oder Word-Dokumente auf allen Endgeräten verfügbar.

Wuala (LaCie) (eingestellt)

Wuala (ausgesprochen wie das frz. „Voilà“) bietet kostenlos 1 GB Cloud Speicher. Das Speicher-Prinzip von Wuala unterscheidet sich dabei von den Anbietern zuvor: Hier werden ungenutzte Ressourcen (Festplattenplatz, Bandbreiten) von anderen Wuala-Anwendern genutzt, um Daten in dieser „privaten“ Cloud abzulegen. Dabei werden alle Daten clientseitig mit 128 Bit AES verschlüsselt. Dies ist grundsätzlich ein Datenschutz-Vorteil gegenüber der serverseitigen Verschlüsselung.

Wuala gibt es als Programm für Windows, Mac und Linux sowie für die iPhone/iPad Familie und Android Smartphones. Außen vor bleiben also die Nutzer von Windows Mobile. Die Installation von Wuala auf dem Desktop Rechner ist zumindest auf dem Mac nicht ganz so elegant gelöst wie mit der Dropbox. Es läuft das Wuala-Programm im Hintergrund und das Volume ist erst dann im Finder zu sehen und kann dann bedient werden, wie ein normales, lokales Volume. Wichtig ist, dass man in den Voreinstellungen die Bandbreite für Up- und Download korrekt einstellt. Bei den Standardwerten kann es passieren, dass die Wuala Disk sehr langsam synchronisiert.

Wuala erlaubt auch das Teilen von Dokumenten oder Ordnern mittels Weblink oder mit anderen Wuala-Nutzern. Somit hat der Cloud Service hier einen ähnlichen Funktionsumfang wie Dropbox.
Der Cloud Storage von Wuala ist offline nicht verfügbar – eine Internetverbindung ist somit zwingend erforderlich, genauso wie bei Microsofts OneDrive.

Amazon Cloud Drive

Der Amazon Service „Cloud Drive“ nutzt das amazon-eigene S3 als Cloud Speicher. 5 GB sind kostenlos, Voraussetzung ist ein Amazon US Konto, welches auch Europäer einrichten können. Wer ein MP3-Album von Amazon kauft, kann dieses direkt in das Cloud Drive ablegen und erhält so kostenlos 20 GB dazu. Weitere Alben belasten den Speicherplatz nicht.
Wer das Amazon Cloud Drive für den Datentransfer nutzen möchte, wird – ähnlich wie bei Skydrive – mit wenig Komfort beglückt. Es gibt lediglich ein Webinterface, welches mit https (SSL) verschlüsselt ist.Andere Clients für Win, Mac, Linux oder Smartphones gibt es nicht. Auch ein Zugriff über WebDAV oder ftp ist nicht möglich.
Amazon Cloud Drive bietet keine Möglichkeiten, in Teams Dateien oder Ordner zu teilen. Auch eine Verschlüsselung serverseitig wird nicht angeboten. Es empfiehlt sich daher, die Daten vorher zu selbst zu verschlüsseln. Die Nutzungsbedingungen sind darüber hinaus alles andere als datenschutzfreundlich. So heißt es unter Punkt 5.2 z.B.:
„5.2 Our Right to Access Your Files. You give us the right to access, retain, use and disclose your account information and Your Files: to provide you with technical support and address technical issues; to investigate compliance with the terms of this Agreement, enforce the terms of this Agreement and protect the Service and its users from fraud or security threats; or as we determine is necessary to provide the Service or comply with applicable law.“

Tresorit

Tresorit ist als Cloud Speicher besonders interessant nach den Enthüllungen von Edward Snowden sowie bei Berücksichtigung der o.g. fragwürdigen Nutzungsbedingungen von z.B. Amazon. Tresorit ist ein ungarisch-schweizerisches Unternehmen und bietet eine clientseitige 256-Bit-Verschlüsselung nach dem Zero-Knowledge-Prinzip. Wer also sein Passwort vergisst, kommt nicht mehr an die Daten ran. Anders als bei den anderen Anbietern gibt es bei Tresorit keinen kostenlosen Basis-Speicher. Vielmehr kann man für 14 Tage den vollen Funktionsumfang testen und anschließend zahlt man für 100 GB 10,- EUR monatlich. Zum Funktionsumfang gehört u.a. die Möglichkeit, auf allen gängigen Endgeräten voll integriert zu sein (entweder über das Betriebssystem direkt oder über Apps). Insgesamt können in der Basis-Version fünf Endgeräte mit dem Tresorit verknüpft werden.

Über den privaten Umfang hinaus bietet Tresorit, ähnlich wie Dropbox, auch einen Business-Service an. Dieser kostet dann 16 EUR monatlich und bietet umfangreiche Team-Funktionen. Tresorit hat Nutzungsbedingungen, die nach dem Schweizer Datenschutzrecht definiert sind. Dementsprechend vertrauenswürdig ist der Service einzustufen.

Weitere Cloud-Services

Neben den beschriebenen Services schießen immer mehr Cloud Speicher Services wie Pilze aus dem Boden. So hat z.B. auch Google angekündigt, eine Online-Festplatte anzubieten und das US-Startup Unternehmen Bitcasa initiiert gerade eine Betaphase mit unlimitiertem Speicherplatz für 10 US-Dollar pro Monat. Das soll die Löschung doppelter Daten funktionieren, die unterschiedliche User hochladen, z.B. Musikstücke oder Videos.

Cloud Storage Anbieter

AnbieterKostenloser SpeicherKosten f. ZusatzspeicherUnterstützte BetriebssystemeUnterstützte MobilesVerschlüsselung
Dropbox2 GB50 GB für $9,99 im Monat
100 GB für $19,99 im Monat
Win, Mac, LinuxiPhone, iPad, Android, BlackberryAES-256-Bit serverseitig
MS Skydrive25 GBWindows 8Android (Drittanbieter Sorami)
Wualaeingestellteingestellteingestellteingestellteingestellt
Amazon Cloud Drive5 GB20 GB für $20,00 pro Jahrnicht verfügbarnicht verfügbarkeine
Tresorit14 Tage 100 GB, danach kostenpflichtig100 GB monatlich für 10 EURWindows, MacOS XiOS (iPhone, iPad), AndroidAES-256-Bit clientseitig (Zero Knowledge Verschlüsselung)

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